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Wohnimmobilienrichtlinie: Baufinanzierungen brechen ein

Wohnimmobilienrichtlinie

So einfach ist mit der Baufinanzierung nun nicht mehr …

Die seit Ende März geltende Wohnimmobilienrichtlinie hatte einen drastischen Einbruch bei den Baufinanzierungen zur Folge. Kritik kommt vor allem von den Sparkassen im Süden, aus deren Sicht eine Bevölkerungsgruppe besonders benachteiligt wird.

Süddeutsche Sparkassen laufen Sturm gegen die Wohnimmobilienrichtlinie

Nach Ansicht der bayrischen und baden-württembergischen Verbände zielt die EU-Richtlinie auf einen bislang problemlos funktionierenden Bereich ab: die Baufinanzierungen.

Die seit März 2016 rechtskräftigen Regelungen führten im zweiten Quartal zu spürbar gesunkenen Kreditvergaben an Käufer und Bauherren. In Baden Württemberg sank die Immobilienkreditvergabe um 2,58 Milliarden Euro oder 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aus Bayern liegen derzeit keine Zahlen vor, allerdings sagte der bayrische Verbandspräsident vor kurzem, dass etwas schief laufe, wenn die neue Wohnimmobilienrichtlinie zu einem Rückgang bei den Baufinanzierungen führe. Er verwies dabei explizit auf den Gesetzgeber in Deutschland, der bei der Umsetzung von EU-Vorgaben einmal mehr über das Ziel hinausgeschossen sei.

Diese Änderungen bringt die Wohnimmobilienrichtlinie

Bisher wurden bei Baufinanzierungen vor allem die Immobilienwerte berücksichtigt. Dies soll jetzt in den Hintergrund treten, da die Institute sich verstärkt am Alter sowie der Finanzkraft eines Kreditnehmers orientieren müssen. Damit würden vor allem Rentner benachteiligt, da sie kaum noch Aussichten auf Immobilienkredite hätten. Zudem erhöht sich für alle Antragsteller der bürokratische Aufwand und nicht exakt definierte Rechtsbegriffe könnten zu Beratungsfehlern sowie damit verbundenen Klagen führen.

Nachbesserungsbedarf

Für den Dachverband aller 409 deutschen Sparkassen ist die Umsetzung der Richtlinie insgesamt gelungen. Nachbesserungsbedarf bestehe jedoch bei den Vergaberegeln. Die bedeuten für Darlehensgeber Unsicherheiten und erschweren Haushalten mit geringem Einkommen sowie Senioren den Zugang zu Immobilienkrediten.

Sinkendes Betriebsergebnis

Die Aufgabe der Wohnimmobilienrichtlinie ist die Verhinderung fauler Konsumentenkredite bei einer Immobilienblase. Wenn die Banken und Sparkassen daraufhin jedoch weniger Baufinanzierungen vergeben können, wirkt sich die Richtlinie negativ auf das Betriebsergebnis aus. Zudem kommt das schwächelnde Immobiliengeschäft in einer Zeit, die den Banken und Sparkassen angesichts niedriger Zinsen und steigender Kosten immense Belastungen aufbürdet. Trotz robuster Marktentwicklung werden sinkende Betriebsergebnisse nicht zu vermeiden sein.

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