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Börsenprognosen

Börsenprognosen zu Aktien, Devisen und Rohstoffen werden von vielen vermeintlichen Experten erstellt. Für Anleger bieten die meisten Vorhersagen nicht den geringsten Mehrwert, da die Verfasser meist völlig daneben liegen. Der Grund: Den Analysten fehlen die wichtigsten Voraussetzungen.

Gerade die professionellen Analysten irren oft

Dieser Tatsache hat sich ein Wissenschaftler aus den USA angenommen, der untersuchte die Börsenprognosen von circa 2.800 Personen auf den jeweiligen Wahrheitsgehalt. Im Ergebnis lagen die Profis seltener richtig als die meisten Laien. Den Grund hierfür interpretiert der Forscher mit der ideologischen Bindung vieler Profis an die Auftraggeber, welche Aufgeschlossenheit und unvoreingenommene Neugier verbietet. Daher ist es kein Wunder, dass die wichtigsten Börsenvorhersagen des vergangenen Jahres weit von der Realität entfernt lagen.

Die wichtigsten Fehlinterpretationen

Der von zahlreichen Börsenvorhersagen prognostizierte Ölpreis von 80 Dollar pro Barrel war aus fundamentaler Perspektive vielleicht richtig, an der Realität ging diese Prognose jedoch vollkommen vorbei. Warum? Die Verfasser hatten nicht berücksichtigt, dass die Saudis ihre Ölvorkommen für einen Preiskrieg gegen unliebsame Konkurrenten nutzten und viel mehr förderten, als gebraucht wurde. Mit dem aktuellen Barrelpreis von unter 40 Dollar schaden sich alle Fördernationen, der lachende Dritte ist der globale Verbraucher. Die klassische Sicht auf Angebot und Nachfrage war bei den professionellen Börsenprognosen eindeutig zu kurz.

Die meisten Börsenprognosen zur Gemeinschaftswährung lagen 2015 ebenso daneben wie Vorhersagen auf den DAX. Bei Ersterem ließen die Verfasser die finanzpolitischen Möglichkeiten der Zentralbanken außer Acht. Und bei den Vorhersagen zum Deutschen Aktienindex sah der amerikanische Forscher, dass die Ersteller sich aus Selbstschutz nur selten genau festlegten.

Die Medien formulieren nie genau auf den Punkt gebracht

Wenn Journalisten Artikel über Börsenprognosen schreiben, verfahren sie oft wie prominente Profianalysten oder Politiker. Die meist umfangreichen Beschreibungen sind mit schwammigen Formulierungen verwässert, die den betreffenden Verfasser absichern, ohne Anlegern wirkliche Anhaltspunkte zu bieten. Wer auf Prognosen zur Börse zurückgreift, könnte laut dem amerikanischen Wissenschaftler gleich im Kaffeesatz lesen oder selbst Vorhersagen aufstellen. Die Trefferwahrscheinlichkeit wäre kaum schlechter als bei den Profis.

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