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Nicht-Aktionäre verschenken viel Geld

Aktien

In den letzten 70 Jahren zeigten die Deutschen eine ausgeprägte Aktienaversion. Eine Beispielrechnung beweist, dass Nicht-Aktionäre seit Kriegsende sehr viel Geld verschenkten. Eine Investition von 100 Mark hätte seit 1946 zu einem beachtlichen Vermögen geführt.

Langfristig denkende Aktionäre nahmen am Wirtschaftswunder teil

Deutschland erlebte in den letzten 70 Jahren insbesondere zu Beginn Phasen mit schnell wachsendem Wohlstand. Das sogenannte Wirtschaftswunder schaffte einen soliden Grundstock für kontinuierlich zunehmendes Volksvermögen. Aktien waren allerdings in den 50er-Jahren weitgehend unbekannt und auch Immobilien hatten in der Bundesrepublik nicht den Stellenwert wie in anderen europäischen Ländern. Deutsche Sparer setzten in Bezug auf Vorsorge mehrheitlich auf die Lebensversicherung.

Die wenigen Aktionäre, die sich 1946 mit umgerechnet 100 Euro an einem breit diversifizierten Aktienfonds beteiligt hatten, konnten sich nach 70 Jahren über ein Vermögen von über 27.000 Euro freuen. Sie mussten lediglich alle Gewinne und Zinsen im Portfolio lassen.

Selbst wer erst im Jahr 1956 als Anleger aktiv wurde und gleich nach Emission 100 Mark in den Aktienfonds Concentra investiert hatte, ist heute Besitzer von knapp 7.800 Euro. Vor allem das Wirtschaftswunder der 50er sorgte dafür, dass die durchschnittlichen Jahresrenditen bei knapp neun Prozent liegen.

Geduld und Disziplin werden an der Börse immer belohnt

Jeder Aktionär, der langfristig an seinem Investment festhielt, wurde für seine Ausdauer stets mit attraktiven Renditen belohnt. Obwohl die letzten 30 Jahre von wachsender Volatilität geprägt waren, zahlte sich konsequentes Halten von Aktien aus. Natürlich mussten die in Investmentfonds investierten Aktionäre bei zahlreichen Krisen Rückschläge in Kauf nehmen. Doch wer mit kühlem Kopf einen temporären Verlust akzeptierte, wurde im Anschluss wieder mit steigenden Notierungen und Gewinnen entschädigt.

Auch heute haben Aktionäre deutliche Vorteile gegenüber Sparern, die kaum noch Zinsen auf ihre Bankeinlagen erhalten. Die private Altersvorsorge lässt sich nach dem Ende der kapitalbildenden Lebensversicherung nur noch über langfristige Aktieninvestments sicher gestalten. Da das Aktienangebot mittlerweile sehr unübersichtlich geworden ist, sollten Anleger die Hilfe eines unabhängigen Finanzberaters in Anspruch nehmen.

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