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Volatilität

Der Januar begann an den Finanzmärkten mit unvermuteter Volatilität und verunsicherte insbesondere unerfahrene Anleger. Der folgende Beitrag untersucht die Ursachen, fokussiert die Zukunftsaussichten und zeigt auf, wie Marktteilnehmer in volatilen Zeiten agieren sollten.

Woher kommt die Volatilität?

Um das zu verstehen, müssen Anleger die Funktionsweise der Finanzmärkte kennen. Die Aktienkurse enthalten alle verfügbaren Informationen mit Relevanz, sie reflektieren damit die Erwartungen aller Akteure. Unter den zahlreichen Faktoren, welche die Erwartungen prägen, sind Risikoaversion und zukünftige Renditeannahmen besonders einflussreich. Gleichwohl ändern sich die Faktoren täglich und dies generiert unter den Marktteilnehmern jeden Tag völlig neue Gesamterwartungen. Die Märkte reagieren darauf ähnlich wie auf Wirtschaftsinformationen und passen die Notierungen an. Das geschieht nicht ohne ein gewisses Volatilitätsniveau und ist aus folgendem Grund begrüßenswert:

  • Würden Anleger ständig mit gleichbleibenden Kursen konfrontiert, könnten sie vermuten, dass die Finanzmärkte nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Ein schlechter Anfang lässt nicht auf ein negatives Handelsjahr schließen

Die Volatilität des Januars war aus oben angeführten Gründen völlig normal, gleichwohl verzeichneten einige Indizes herbe Verluste. Der S&P 500 zeigte mit minus 4,97 Prozent das neuntschlechteste Ergebnis seit 1926 und zu Jahresbeginn sackte er zeitweise auf knapp minus acht Prozent ab. Wer angesichts der negativen Tendenz wissen will, wie sich die kommenden elf Monate entwickeln, wird in der Vergangenheit fündig. Zwischen 1926 und 2015 kam es mehrmals zu volatilen Jahresanfängen, jedoch in 60 Prozent der Fälle folgten dem negativen Januar weitere Monate mit Durchschnittsrenditen bei sieben Prozent.

Ist 2016 ein Jahr mit ungewöhnlicher Volatilität?

Zwischen 1926 und 2015 generierte der S&P 500 bei einer Standardabweichung von 18,85 eine Gesamtrendite von gut zehn Prozent. Die Betrachtung des Zeitraums 2010-2015 bringt folgende Werte zutage: Einer Standardabweichung von 13,09 Prozent stand eine Rendite von knapp 13 Prozent gegenüber. Damit steht fest, dass der Januar 2016 keineswegs volatiler als andere Jahresanfänge war.

Wie Anleger der Volatilität begegnen sollten

Langfristig orientiert in nachhaltige Werte anlegen, ist die Grundvoraussetzung für Erfolg an der Börse. Volatile Zeiten sollten zudem mit Geduld und Disziplin ausgestanden werden, denn langfristig findet der Markt immer wieder zur Aufwärtsbewegung zurück.

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