06471 922 355 holger@scheve.eu

Seit der letzten Finanzkrise haben die großen Banken nichts dazugelernt, sie machen weiter wie bisher. Für ihr Fehlverhalten müssen sie mittlerweile Strafzahlungen von 281 Milliarden Euro entrichten, obgleich sie einst Besserung versprachen.

Sieben Jahre nach der Finanzkrise

Nach der Lehman Pleite und Turbulenzen an den globalen Aktienmärkten schworen die führenden Banken unethischem Verhalten sowie maximalem Risiko ab. Allen Beteuerungen zum Trotz zeigen rapide ansteigende Strafzahlungen, dass die Institute weiterhin Fehlverhalten in zahlreichen Varianten an den Tag legen.

Eine aktuelle Studie der CCP Research Foundation in London macht es deutlich: Zwischen 2010 und 2014 mussten die 16 führenden Banken Strafzahlungen in Höhe von gut 281 Milliarden Euro leisten. Gegenüber dem Zeitraum von 2009 und 2013 stieg der Wert um knapp 18 Prozent. Die Studie widerlegt damit die Behauptungen der Banken, dass die Zahlungen vor allem aus Spätfolgen der Finanzkrise resultierten. Die Institute sollten in einem Zentralregister zusammengefasst sein und entschieden mehr Transparenz an den Tag legen.

Schwindende Gewinne und sinkendes Kundenvertrauen

Die Finanzindustrie wehrt sich geschlossen gegen den politischen Druck, prominente Banken wollen sich aus Europa in weniger regulierte Regionen zurückziehen. Die Experten hofften, dass zunehmende Beaufsichtigung die Geldhäuser an weiterem Fehlverhalten hindern würde. Sie irrten sich, denn die Institute zahlen ständig neue Strafen und legen enorme Summen dafür zurück.

Die Gelder stehen nicht mehr der Erwirtschaftung von Erträgen zur Verfügung, die Öffentlichkeit vertraut den Banken immer weniger.

Durch Strafgelder lernen Banken gemeinnütziges Verhalten

Während europäische Aufsichtsbehörden immer noch ergründen, warum die Investitionen der Institute in Kulturwandel und Risikomanagement keine Erfolge zeigen, sind die Behörden der USA schon einen Schritt weiter. Sie verwenden die gewaltigen Summen für gemeinnützige Zwecke in bedürftigen Gemeinden. Im Vereinigten Königreich kommen die Bankenstrafen dem Militär, dem Nationalen Gesundheitsdienst sowie gemeinnützigen Verbänden zugute. Auf die Geldhäuser soll der Studie folgend noch mehr Druck ausgeübt werden. Die Verbraucher werden den Kreditinstituten erst dann wieder vertrauen, wenn deren Strafzahlungen deutlich sinken.